Die Schweine im Land der Tiere

Die ersten Schweine zogen im Sommer 2016 ins Land der Tiere ein: Die beiden Ferkel Anni & Rosalie. Während sie noch den Kleintier- und Quarantänebereich bewohnten, bauten wir zeitgleich das „Schweineland“: Ein etwa 20.000 Quadratmeter großes Paradies mit Freiflächen, viel Wald und Teich. Aus einer ehemaligen Bunkeranlage wurde ein Gebäude mit großen Offenställen, Lagerraum und Küche. Dank der Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender, die z.B. mit Bausteinspenden für das Schweineland geholfen haben, konnte das Projekt realisiert werden und ist nun das Zuhause von Anni & Rosalie – und der anderen Schweine, die noch ins Schweineland Einzug halten werden und dort einfach leben und Schwein sein dürfen.

Unterstütze auch du die Schweine im Land der Tiere mit einer allgemeinen Patenschaft für Schweine oder einer Patenschaft für ein ganz spezielles Schwein (siehe weiter unten) – und sichere ihnen damit ein glückliches Leben. Danke für deine Unterstützung!

Schweine im Land der Tiere:

Schweine im Land der Tiere, dem veganen Lebesnhof zwischen Hamburg und BerlinAnni & Rosalie

Kleine Schweine, die nicht so wachsen wie ihre Geschwister, klein und schmächtig bleiben und krank sind, haben kaum eine Chance in Schweinezuchtbetrieben. Annis und Rosalies Schicksal schien besiegelt: Als „untergewichtiger Kümmerling“ zu sterben, wie Millionen anderer Ferkel in deutschen Schweinezuchtanlagen pro Jahr, die in den ersten Lebenswochen sterben oder getötet werden. Anni, das gerette Schwein auf dem veganen LebenshofDoch dann schloss eine Angestellte des Betriebes, die selbst Vegetarierin ist, Anni in ihr Herz. Anni wurde zunächst heimlich von ihr von einem Wurf zum anderen, jüngeren umgesetzt, damit ihr fehlendes Wachstum nicht auffiel. Dann beschloss sie, Anni zu retten und suchte wochenlang einen Lebensplatz für sie. Wir sagten spontan zu: Die kleine Anni durfte im September 2016 ins Land der Tiere einziehen. Und zwar nicht alleine, sondern zusammen mit einem anderen kleinen „kümmerlichen“ Schweinekind, welches nun Rosalie heißt. Denn Anni sollte schließlich nicht alleine ins Land der Tiere einziehen.

Rosalie kann nun in der Erde wühlen und ihr Leben lebenBeide Ferkel waren in der Entwicklung stark zurückgeblieben. Anni war wirklich winzig, die jüngere Rosalie ihr bereits etwas über den Kopf gewachsen. Die ersten Wochen verbrachten sie damit, ihr Kinderzimmer zu verwüsten, tobten herum, erkundeten neugierig ihre Welt, dazwischen essen, schlafen, spielen, toben, essen, schlafen. Richtig los ging der Spaß, als wir wussten, dass sie frei von ansteckenden Krankheiten waren: Einen großen Teil des Tages verbrachten Anni und Rosalie dann mit Touren durch das Land der Tiere, mehrfach täglich gingen sie in menschlicher Begleitung spazieren und konnten rennen, buddeln und sich stundenlang unter den Obstbäumen die Bäuche vollhauen. Wir hatten also allen Grund, die restlichen Bauarbeiten am Schweineland zügig voranzutreiben: Damit Anni und ihre Freundin Rosalie dort einziehen und ein wunderbares Leben haben können. Die beiden leben nun glücklich im Schweineland und genießen ihre Freiheiten. Ihre starke Bindung zu Menschen ist geblieben: So zählt Schweine-Streicheln nach wie vor zu den wichtigen Aufgaben, welche die Menschen im Land der Tiere täglich zu erledigen haben.

Die beiden brauchen nun zu ihrem Glück noch Patinnen und Paten, die ihr neues Leben durch eine Patenschaft unterstützen.

Anni & Rosalie im Schweineland

Fräulein Pauline von Frankenschwein und
Prinzessin Lulu von Frankenschwein

Lulu & Pauline, zwei gerettete Ferkel im Land der Tiere zwischen Berlin, Hamburg und LüneburgZwei, die leben wollen, zwei winzige, kranke Wesen, die gleich zwei Geschichten des Scheiterns erzählen: Die eines „Fleischproduktionssystems“, was vor lauter Gier immer mehr Ferkel in lebensfeindlicher und krankmachender Umgebung produziert, die aufgrund der gewollten Wurfgrößen so schwach, krank und chancenlos sind, dass jedes Jahr mehrere Millionen dieser kleinen rosa Wesen kurz nach der Geburt als unwirtschaftlich und „einkalkulierter Müll“ in den Kadavertonnen der Zuchtbetriebe landen. Und die Geschichte von „Tierschützerinnen“, die einer tierlieben Frau und winzigen Ferkeln erst Hilfe und einen Pflege- und Lebensplatz für die Tiere zusicherten – und sie dann einfach im Stich ließen: Eine der Tierschützerinnen unerfahren und überfordert mit schreienden winzigen Durchfall-Ferkeln, die andere offenbar mehr geschäftstüchtig als tierlieb. Ferkel Pauline und Lulu im Land der TiereVon der Kategorie, die primär etwas vom Spendengeldersammeln von gutgläubigen Menschen verstehen, offenbar aber viel weniger von dem, was sie vorgeben, zu tun: Tiere zu schützen, Leben zu retten und den Geretteten ein wirklich lebenswertes Leben möglich zu machen. Die Ferkelrettung sollte es plötzlich entgegen der Absprache nur noch gegen Bares in Form einer „Vollpatenschaft“ für jedes Ferkel geben. Geld, welches die Ferkelretterin nicht aufbringen konnte.

Die Frankenschweinchen wurden im April 2017 in einem „ganz normalen Ferkelproduktionsbetrieb“ geboren: Die Mütter in körperengen Metallkäfigen auf Betonspaltenboden eingepfercht, ohne Möglichkeit, sich umzudrehen. Ohne Möglichkeit, sich um ihre Ferkel zu kümmern. Pauline und Lulu sind keine Geschwister, sondern zwei von unzähligen Schweinekindern, die von traurigen, kranken, zwangsbesamten Schweinemüttern in eine durch und durch mit Viren, Bakterien und Parasiten belastete Stallumgebung geboren wurden, zwei kurz nach der Geburt zum Sterben verurteilte Ferkel. Winzig klein, schwer krank, hilf- und hoffnungslos. Tausende solcher Ferkel liegen jetzt grade in diesem Moment in den Ferkelproduktionsanlagen, ungesehen, unbekannt, mit lebensbedrohlichem Durchfall, Verletzungen, Abszessen, dehydriert, hungrig, frierend. Sie werden liegengelassen, um zu sterben oder werden getötet.

Schweinchen Lulu und PaulineNachdem die „Tierschutz“-Aktion um die Rettung der beiden Frankenschweinchen komplett in die Hose gegangen war, stand der Mensch, der sie in Vertrauen auf „die Tierschützerinnen“, die den Schweinen helfen würden und es dann doch nicht taten, aus dem Ferkelproduktionsbetrieb mit nach Hause genommen hatte, ratlos da – und es gab auch sonst niemanden, der die Ferkel ohne vorherige Zusage der lebenslänglichen Kostenübernahme aufnehmen wollte. Auch wir hatten für die beiden todkranken, betreuungs- und kostenintensiven kleinen Schweinchen eigentlich keine Kapazitäten. Die Ferkel jedoch hatten keine Zeit mehr, auf Lösungen zu warten, die es eh nicht gab, ein drittes Ferkel, welches mit ihnen zusammen die Zuchtanlage verließ, war bereits gestorben. Die Kleinen brauchten schnellstmöglich Hilfe.

Pauline im FutternapfAls sie aus dem fernen Franken bei uns ankamen, hatten wir kaum Hoffnung, noch viel für sie tun zu können. Die winzige Pauline war nur eine Hand voll Schweinchen, nicht rosa, sondern lila, durchscheinend wie ein Fötus, der sich eigentlich noch in der Mutter befinden sollte, faltig, extrem dehydriert, mit Nabelbruch, hatte starken Durchfall, eindeutige Schmerzen. Lulu war insgesamt etwas stabiler, dafür aber mit unzähligen Abszessen, die sich an Verletzungen an den Beinen und mitten auf dem Kopf gebildet hatten. Wir starteten den Rettungsversuch, an dessen Erfolg wir kaum glaubten, alle zwei Stunden mit dem „Brei-Taxi“ übers Gelände und die in einem Quarantänezimmer wohnenden Ferkel füttern, rund um die Uhr warmhalten, sofort diagnostische Maßnahmen einleiten. Das Labor konnte den Durchfallerreger bestimmen, wir die Ferkel behandeln – und hoffen. Wir schafften es, den lebensbedrohlichen Durchfall zu stoppen und den Erreger in den Griff zu bekommen. Paulinchen und Lulu, Schweine auf dem GnadenhofPauline wurde rosa und lebendiger, Lulu entwickelte sich zur „Mini-Wuchtbrumme“ und wuchs tüchtig im Gegensatz zu ihrer kleinen Gefährtin, die sich jedoch trotz ihrer Winzigkeit durchaus durchzusetzen weiß. Lulus Abszesse waren nach 4 Wochen Geschichte. Und wir mit ein bisschen mehr Hoffnung ausgestattet, dass wir sie irgendwann in ein paar Monaten als frohe, gesunde Schweinekinder durchs Schweineland im Land der Tiere toben sehen werden. Noch kann es jederzeit „Rückschläge“ geben – die mittlerweile sehr gut gelaunten Winzlinge bleiben also pflegeintensiv und es wird noch viel Zeit vergehen, bis sie selbständig und gesund sind.

Ihr dürft nun alle mithoffen – und auch Mithilfe bei der Finanzierung der Lebenskosten können Pauline und Lulu extrem gut gebrauchen: Liebe Menschen, die ihr Leben mit einer Patenschaft oder zweckgebundenen Spende unterstützen und sich mit den beiden Schweinchen freuen, dass sie leben.

 

Video von Pauline & Lulu: