Pododermatitis bei Kaninchen ist eine üble Sache. Und sie trifft nicht nur Kaninchen, die in verdreckten Ställen auf völlig „unpassenden“ Untergründen leben, sondern auch die, die den Großteil ihres Lebens auf Naturboden hoppeln.
Vor allem die Riesenkaninchen sind betroffen, weil ihre zur Mast gezüchteten schweren und „unförmigen“ Körper mit viel zu langen Rücken und viel zu viel Gewicht ihre Füße mehr belasten, als ein empfindlicher Kaninchenfuß ertragen kann. Der einzige Schutz ist das Fell unter den Pfoten. Oft nicht genug, um sie vor schmerzhaften Druckstellen zu schützen, vor allem, wenn Fehlbelastungen wegen „ungünstigem Körperbau“, Spondylosen im Rücken oder alten Fußfrakturen dazu kommen. Ohne Schutz und richtige Behandlung breiten sich Infektionen aus, die schnell bis auf die Knochen gehen können und keine Chance haben, zu heilen.
„Kaninchenfüße machen“, also ihnen „Schuhe“ anzupassen, ganz individuell, ist bei uns mit fast 40 großen Kaninchen an der Tagesordnung bei einigen Kaninchen. Wir nutzen dafür keine „Schuhe“, die es tatsächlich für Pododermatitis-Kaninchen gibt, sondern kleben und polstern jeden Fußverband einzeln und arbeiten mit Klebeverbänden, weil Fuß lange nicht Fuß ist und jedes Problem eine andere Lösung braucht. Mal mit zusätzlicher Silikonschuhsohle, mal nur „geplüscht“, mal mit Medikamenten, mal ohne, je nach Schweregrad des Problems. In unserem Fall muss die Lösung immer auch noch outdoortauglich sein – denn natürlich nehmen wir keinem Kaninchen seine Freilaufkaninchen-Freiheiten.
Unser „Schuhweltmeister“ Schlupp Ostermann läuft jetzt seit über dreieinhalb Jahren infolge einer Fußfraktur ohne Unterbrechung mit Fußverbänden durchs Leben, die alle zwei-drei Tage je nach Wetterlage gewechselt werden müssen. Seine braune Mama und ihre bunte Schwester leisten ihm seit einiger Zeit in Sachen „Schuhe“ beste Gesellschaft – und die beiden können vielleicht sogar irgendwann bald wieder ohne Fußverbände zusammen mit Schlupp durch den Garten flitzen.
9. Februar 2026



