Über sechs Jahre hat Emma zur Land der Tiere-Familie gehört. Und uns ihr Lächeln hiergelassen.

Emma wurde vor dreizehneinhalb Jahren als „Herdbuchzuchtschaf“ geboren. Für sie kam es dann zum Glück anders als geplant: Emma wurde kein „Nutztier“, musste nicht für Nachkommen einer „vom Aussterben bedrohten Haustierrasse“ sorgen. Emma wurde einfach ein Schaf. Ein glückliches Schaf.

Lange Jahre lebte sie zusammen mit ihren Geschwistern in ihrem ersten Zuhause. Dann hätte ihr friedliches Leben beinahe doch ein schlechtes Ende genommen, als ihre Besitzerin sie aus privaten Gründen abgeben musste. Es gab viele Angebote für Emma und ihre Geschwister. Aber es gab kein Angebot, welches garantiert hätte, dass Emma und die anderen einfach weiterleben, für sich selbst, um Schafe zu sein.

Emma und ihre Geschwister hatten noch einmal großes Glück: Sie zogen ins Land der Tiere ein. Emma war immer die Mutigste oder vielleicht eher Zufriedenste der Truppe. Mit zunehmendem Alter schwanden Emmas körperliche Fähigkeiten. Schon lange gehörte sie zu den Dauerpatientinnen: Ein Rückenproblem und fortschreitende Arthrose machten Emma zu schaffen. Dank entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente konnte Emma mit den anderen Schafen mithalten, mit ihnen herumziehen – ein trotzdem zufriedenes Schaf unter anderen Schafen sein.

Für Emma kamen dann leider noch mehr Altersprobleme hinzu. Als sie erblindete, war die erste Zeit der Gewöhnung an diesen Zustand schwer. Doch Emma orientierte sich schnell neu und konnte trotz allem ein fast normales Schafleben führen. Wenn sie bei den anderen war, sich sicher fühlte, war alles gut. Es änderte sich, als die alte Emma zu allem dazu auch noch dement wurde. Wir kannten diesen Zustand leider bereits von ihrem Bruder Ferdinand, der am Ende seines Lebens oft vergaß, dass er neben den anderen Schafen stand. Und dann mit den alten Knochen einfach loslief, um die anderen zu suchen. Lauf rufend, und ohne menschliche Hilfe die anderen Schafe auch nicht wiederfand.

Emmas letzte Zeit war schwierig. Dass sie diese Zeit gemeistert hat, ohne sich aufzugeben, hatte sie vielleicht ihrer positiven Lebenseinstellung zu verdanken. Emma lebte einfach mit ihren vielen Altersproblemen, und wenn sie „verloren ging“, ließ sie sich dankbar von uns wieder „einsammeln“, bis sie wieder glücklich zwischen den anderen Schafen war. Gegen ein Problem jedoch war sie chancenlos. Ihre alten Knochen versagten endgültig ihre Dienste, beendeten Emmas Glück und ihr Leben. Der Tag war da, an dem wir akzeptieren mussten, dass wir ihr nur noch eine letzte Hilfe leisten konnten. Emma Zuhause einschläfern zu lassen, war das Einzige, was wir noch für sie tun konnten.

Ihr Lächeln? Hat Emma für immer hiergelassen.

Adieu, Emma.

Schwein Pauline im Land der Tiere, einem Lebenshof für ehemalige "Nutztiere" in Mecklenburg-Vorpommern, idyllisch gelegen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Berlin

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Hündin Nica im Land der Tiere, einem Lebenshof für ehemalige "Nutztiere" in Mecklenburg-Vorpommern, idyllisch gelegen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Berlin

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