Dass wir den Hühnern, Puten, Enten und Gänsen im Land der Tiere die Eier wegnehmen und den Vögeln damit den Nachwuchs verwehren, ist alternativlos. Denn ließen wir sie brüten, wäre die Zahl der Individuen in kurzer Zeit so hoch, dass „Land unter“ ist. Mit zugehörigem Sozialstress, Todesfällen vor allem unter den männlichen Tieren. Mit Folge, dass wir auch keine Tiere in Not mehr retten können, weil kein Platz mehr da ist.
Bei den Schildkröten ist die Sache nicht anders. Dass ihre Art vom Aussterben bedroht ist kommt noch hinzu. Doch auch bei den Landschildkröten bleibt nur eine Lösung: Eier wegnehmen und zerstören. Und die Eier erst einmal finden. Wenn man eine Schildkröte nicht kennt und sie nicht bei der Eiablage erwischt, ist es fast unmöglich, die Eier zu finden. Nach dem Ausheben der Nestgrube mit den Hinterbeinen wird das Gelege wieder zugegraben und festgetreten – Spuren, die das Nest verraten, sieht man keine. Logisch: das ist gut gegen Räuber aller Art. Finden wir die Eier nicht, kann das dramatische Folgen haben. Sofern man Schildkrötenbabys, die dann einfach als Naturbruten schlüpfen, als dramatisch bezeichnen darf. Leider muss man es, so faszinierend sie auch sind. Es gibt keinen Platz zum Leben für sie. Weder in freier Wildbahn noch in Gefangenschaft als „Haustiere“.
Jedes neu geschlüpfte Schildkrötenbaby, egal ob „versehentlich geschlüpft“ oder „absichtlich gezüchtet“ verhindert, dass eine Tierschutzschildkröte ein Zuhause finden kann. Und die meisten Schildkrötenbabys werden selbst früher oder später zu Tierschutzfällen.
Wer sich zutraut, sein Leben lang für eine Schildkröte sorgen zu können: Sprecht uns sehr gerne wegen Vermittlungstieren an und schaut euch in den Tierheimen und Auffangstationen um. Die Zahl der Tiere, die auf einen Platz warten, übersteigt leider in jedem Fall die Zahl der Menschen, die einer Schildkröte ein langes, gut versorgtes, „artgerechtes“ Leben bieten können und wollen.
3. Mai 2026



