Wenn etwas nicht gezeigt werden soll, obwohl es die Realität abbildet und jeden Tag genauso passiert, in voller Absicht und geplant bis zur letzten Sekunde, dann geht es um mehr als „nur ums Prinzip“. Dann geht es darum, dass die Betreiber von Tiernutzungsbetrieben genau wissen, wie abschreckend die Bilder sind und welche Konsequenzen das Zeigen der Aufnahmen für sie und ihre Branche haben kann. Dann geht es ums Eingemachte.
Die Aktivist*innen Anna und Hendrik haben mit versteckten Kameras dokumentiert, wie die CO2-Betäubung von Schweinen im Schlachthof abläuft. Ihre Arbeit ist unfassbar wichtig und zeigt nichts anderes als den qualvollen Alltag im Schlachthof, doch genau der soll jetzt nach dem neuen Urteil in Teilen nicht mehr verbreitet werden dürfen. Stattdessen sollen die beiden Schadensersatz an den Betreiber des Schlachthofs zeigen, für das Zeigen von vollkommen alltäglichen Betriebsabläufen.
Das Gute: Die Aufnahmen sind längst im Umlauf, in der Presse, auf den sozialen Medien. Durch den Prozess sind die Aufnahmen im gesellschaftlichen Diskurs angekommen. Die letzten Monate ist wohl kaum jemand an ihnen vorbei gekommen.
Wie furchtbar es den Schweinen in den letzten Minuten ihres Lebens geht, das sind Informationen, die der Öffentlichkeit ganz bewusst nicht zugänglich gemacht werden sollen. Weil es so dermaßen offensichtlich ist, wie sehr die Tiere leiden. Weil es so dermaßen offensichtlich ist, dass das, was in den Gondeln passiert und zu sehen ist, nicht richtig ist. Weil die Aufnahmen ein System in Frage stellen, mit dem ein paar wenige Menschen sehr viel Geld verdienen und für das sehr viele Tiere leiden und getötet werden.
Mit den Worten von Anna und Hendrik: Tierleid zeigen ist kein Verbrechen. Folgt den beiden beim Schlachthof-Prozess, um die Details zu erfahren und mitzukriegen, wie es jetzt weitergeht.
14. Juni 2026



