Niemals mehr einen Käfig von innen sehen müssen, das war das Versprechen, was wir ihnen gegeben haben, als wir sie im Sommer aus diesem furchtbaren kleinen Stall holten. Das haben wir gehalten – und es wurden schöne Meerschweinchenmonate, wo kleine Meerschweinchenkids im Kreis ihrer Familie leben konnten, Quatsch machen konnten, herumhüpfen mit den anderen, in ihrem Zimmer herumflitzen und sich am Salatbuffet vergnügen, alles unter den wachsamen Augen der Älteren. Wir hätten ihnen ein langes Leben gewünscht, doch nun sind innerhalb weniger Tage gleich zwei von den Palettenmeerschweinchen gestorben.

Heinrich war von Anfang an ein bisschen von Pech verfolgt. Bei seiner Kastration gab es Komplikationen, er wurde für einige Wochen Patient mit täglichen Medikamentengaben, Wundreinigungen und andere Notwendigkeiten. Zum Glück trat recht schnell so etwas wie Gewöhnung bei ihm ein, so dass er trotz der Eingriffe in sein tägliches Leben durch uns seine gute Laune nicht verlor. Als alles wieder gut verheilt war, war Heinrich nicht anders als die anderen Kids: frech, aktiv, gut gelaunt. Aber irgendwie bleib er vom Wachstum zurück hinter den anderen. Dann wurde er wieder Patient: mit schweren Lungengeräuschen. Unter tierärztlicher Behandlung verbesserte sich sein Zustand trotz aller Bemühungen nicht und es gab nichts mehr, was wir für ihn tun konnten.

Der Tod seiner Schwester oder Tante oder Cousine kam gänzlich unvorbereitet. Milky sah super aus, war vom Verhalten völlig unauffällig und nie sichtbar krank. Sie starb nachts im Kreis ihrer Familie.

Seit einiger Zeit ist klar, dass die älteste der Palettenschweinchen herzkrank ist. Miss Sophie ist ihr Name – und sie ist sozusagen „die Mutter aller Palettenschweinchen“, aber längst nicht wirklich „alt“. Natürlich kann es sein, dass sie ihren Kindern und Enkeln etwas mitgegeben hat, was deren Leben verkürzt, noch dazu sind sie alle solche, die man „Inzuchttiere“ nennt, ihre Versorgung war bei ihren ehemaligen Besitzern obendrauf noch katastrophal.

Auch wenn das Leben von Heinrich und Milky leider viel zu kurz war: wir sind froh, dass sie noch erleben konnten, dass Meerschweinchen nicht in Käfige gehören und Familientiere mit engen Beziehungen sind, die ihre Freiheiten genießen.

Adieu, Heinrich und Milky.

22. März 2026

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