Das Land der Tiere hatte noch nicht viele Bewohner*innen, als Nils mit Freundin Marit einzog. Es war Weihnachten 2017. Und die beiden ein eingespieltes Team. Charakterlich gänzlich verschieden ergänzten sie sich wundervoll, die ruhige Marit und der immer extrem aufmerksame Nils, der seine Augen überall hatte. Niemand wusste, wie viel Lebenszeit sie schon miteinander verbracht hatten.

Nils und Marit zogen erst einmal ins alte Wachhäuschen ein. Einen Schwimmteich gab es dort nicht. Also war klar: wir brauchen einen Gänseteich. Und ein Haus mit Gänsegarten. Was sie vorher schon bekamen war eine kleine Freundin in Gestalt eines Huhns. Die drei waren unzertrennlich. Nils und Marit bekamen ihr dann ihr Haus, bzw. einen Teilbereich von Haus #1, als es fertig war. Mit Teich. Und noch zwei Gänse als Gesellschaft, mit denen sie den neuen Teich anbadeten – und glücklich waren.

Zwischen dem als eher unfreundlich verrufenen großem Ganter Toni und Nils entwickelte sich schnell eine tiefe Freundschaft. Egal wie übellaunig Toni war: Nils fand ihn toll. Schnatterte zusammen mit ihm rum. Wenn es darum ging, Menschen aus dem Garten zu vertreiben, ließ Nils Toni machen. Hielt sich höflich an Tonis Seite zurück, unterstützte lediglich laut vertonend. Oder feuerte er Toni an, weil er selbst nur zu nett war? Fanden wir nie heraus.

Irgendwie verging Jahr und Jahr, mit badenden, glücklichen, schnatternden Gänsen. Toni zuliebe, damit er mehr Ruhe vor Menschen haben konnte, bauten wir dann noch einen neuen Gänseteich hinter Haus #2, wo die Gänsebande dann nach der Fertigstellung des Hauses hinzog. Eine gute Entscheidung, denn sie hatten einfach kein Interesse daran, jeden Sonntag zu den Besuchszeiten fremde Menschen auch nur in der Nähe ihres Gartens zu sehen. Alles wurde viel entspannter. Und vertraute Menschen durften auch einfach dastehen und Nils und den anderen bei ihrem Tun zuschauen. Ihren Badeakrobatiken, Fluglotsen-Flügelschlägen, wenn es wieder an Land ging.

Schon lange rechnen wir damit, dass Marit irgendwann stirbt. Ihre vor Jahren diagnostizierte Fettleber ist unbehandelbar. Und jetzt hat Marit den kernigen Nils überlebt. Ohne jede Vorankündigung starb Nils in der Nacht, etwas mehr als acht Jahre nach seiner Ankunft im Land der Tiere.

Adieu, Nils.

16. März 2026

Schwein Pauline im Land der Tiere, einem Lebenshof für ehemalige "Nutztiere" in Mecklenburg-Vorpommern, idyllisch gelegen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Berlin

Unsere Videos

Hündin Nica im Land der Tiere, einem Lebenshof für ehemalige "Nutztiere" in Mecklenburg-Vorpommern, idyllisch gelegen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Berlin

Unsere Fotos