Theodors Leben wäre beinahe im April 2025 vorbei gewesen. Die Menschen, die für ihn verantwortlich waren, setzten ihn und weitere männliche Meerschweinchen einfach im Wald aus, ganz in der Nähe vom Land der Tiere in menschenleerer Gegend, wo nicht davon auszugehen war, dass die Meerschweinchen gefunden und gerettet werden würden. Zum Glück kam jemand vorbei und konnte sechs völlig verängstigte Meerschweinchen einfangen und zu uns bringen – Theodor und fünf jüngere Tiere, vielleicht seine Söhne, Enkel oder Neffen. Alle waren krank, litten unter anderem unter starkem Milbenbefall. Aber sie lebten. Einige Zeit, nachdem die „Waldmeerschweinchen“ bei uns eingezogen waren, bekamen wir einen anonymen Hinweis auf den Täter. Und die Information, dass leider nicht alle Meerschweinchen, die er im Wald ausgesetzt hatte, gefunden worden waren. Die Finder und wir hatten mehrfach den Wald durchkämmt auf der Suche nach weiteren Überlebenden – leider ohne Erfolg.

Theodor war von Anfang an „der Weise“ unter den Meerschweinchenjungs. Sehr ruhig und freundlich versuchte er immer, keinen Streit anzuzetteln und hielt sich gerne raus, wenn es irgendwo Zoff gab. Wenn es notwendig war – anfangs machte er noch Erziehungsversuche bei Kevin und Ronny, die er aber irgendwann aufgab – mischte er natürlich mit. Genoss aber viel lieber die Ruhe, lag gemütlich in Hängematten oder seinem Lieblingsbettchen herum und wartete auf die nächste Essenslieferung.

Vor ein paar Tagen fing es an. Theodor kam nicht zum Essen. Hatte Schnupfen. Untertemperatur. Durchfall. Nach einigen Tagen Zwangsernährung und Medikamentengaben ging es ihm tatsächlich scheinbar wieder so gut, dass er sein Lieblingsbettchen verließ, herumlief, sogar nach draußen ging, aß. Doch es ging ihm nur scheinbar besser – und es war Theodors letzte Runde, die er durch das Waldmeerschweinchen-Domizil drehte.

Adieu, Theodor.

1. September 2026

Schwein Pauline im Land der Tiere, einem Lebenshof für ehemalige "Nutztiere" in Mecklenburg-Vorpommern, idyllisch gelegen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Berlin

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Hündin Nica im Land der Tiere, einem Lebenshof für ehemalige "Nutztiere" in Mecklenburg-Vorpommern, idyllisch gelegen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen Hamburg und Berlin

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