Es gibt diese „rotzfrechen“ Hühner, die immer bestrebt sind, den obersten Platz in der Hühnerrangordnung einzunehmen. Und Hühner wie Tuki, die sich ihren Platz in der Gruppe ruhig, unaufgeregt, weise und trotzdem bestimmt sichern, ganz ohne Streitigkeiten.
Ein Jahr ist Tuki geblieben, ein Jahr, nachdem sie fast getötet worden wäre, weil sie „nutzlos“ war. Sie kam als eine von drei alte Hennen „von Privat“ zu uns, die im Lauf der Jahre schon mindestens dreimal die „Besitzer“ gewechselt haben. Die Tochter der letzten Familie, 19 Jahre, hat sie im September 2025 zu uns gebracht, weil ihr Vater sie schlachten wollte, um sie loszuwerden. Was man so mit Hühnern macht, die nicht mehr legen und die man „weghaben“ will… Für die Tochter ging das zum Glück gar nicht.
Gesundheitliche Probleme brachte Tuki schon mit – kein Wunder bei einer fast siebenjährigen Hybridhenne, die zur Eierproduktion gezüchtet wurde. Dank Hormonimplantaten bekamen wir immerhin Tukis Schichteierprobleme in den Griff, sie konnte ein entspanntes Leben führen, selbstbestimmt – und vor allem ohne jeden menschlichen Anspruch an sie. Dass ihr nicht mehr sehr viele Lebenszeit bleibt, war von Anfang an klar.
Wir sind froh, dass es dann doch noch fast ein ganzes Jahr wurde. Tukis körperlicher Zustand wurde in den vergangenen Wochen schlechter, sie war oft müde. Was wir medizinisch für sie tun konnten, taten wir, aber aufhalten konnten wir es am Ende nicht mehr. Tuki hatte schon immer häufig in einem der Nester geschlafen. Diesmal ging sie abends schlafen – und wachte nicht mehr auf.
Adieu, Tuki.
14. September 2026



